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Das Sensenblatt ist der Teil der Sense, der die eigentliche Mäharbeit leistet. Es bestimmt entscheidend, wie leicht sich die Sense führen lässt, wie sauber der Schnitt ausfällt und für welche Einsatzbereiche eine Sense gut geeignet ist.
In diesem Kapitel geht es darum, die wichtigsten Merkmale des Sensenblattes zu verstehen und dir eine Orientierung zu geben, welche Blattlängen und Ausführungen sich für den Einstieg bewähren.
Das Sensenblatt schneidet das Gras mit einer ziehenden Bewegung der Schneide. In Verbindung mit einem passenden Sensenbaum und einer guten Einstellung sorgt das Blatt dafür, dass:
Die grundsätzliche Form eines Sensenblattes hast du im Kapitel „Die Sense verstehen: Aufbau und Begriffe“ kennengelernt. Für die Auswahl sind vor allem die Blattlänge, das Gewicht und die Ausführung wichtig.
Die Blattlänge wird in der Regel in Zentimetern angegeben. Gebräuchlich sind Längen etwa im Bereich von 50 cm bis 80 cm. Kürzere oder längere Blätter sind Spezialfälle.
Die Länge des Blattes wirkt sich unmittelbar auf das Mähverhalten aus:
Für viele Einsteiger bewähren sich zunächst kurze bis mittlere Blattlängen im Bereich von etwa 50 cm bis 70 cm, bevor mit sehr langen Blättern gearbeitet wird.
Neben der Länge spielt auch das Gewicht eine Rolle. Ein leichteres Blatt lässt sich einfacher beschleunigen und führen, ist aber empfindlicher gegenüber groben Stößen und hartem Mähgut. Ein schwereres Blatt ist robuster, erfordert aber mehr Kraft im Schwung.
Für ein Allzweckblatt mittlerer Länge wird im allgemeinen eine Ausführung gewählt, die noch leicht genug zu führen ist, aber eine gewisse Reserve für härteres Mähgut bietet. In der Praxis bedeutet das:
Für Einsteiger ist es in der Regel sinnvoll, ein Blatt mit mittlerer Stärke zu wählen, das sowohl feineres Gras als auch etwas gröberen Bestand bewältigt, ohne gleich Schaden zu nehmen.
Sensenblätter unterscheiden sich außerdem in ihrer Krümmung und Linienführung. In Kapitel 2 wurden bereits Begriffe wie Spitze, Bart und Zirkel eingeführt.
Ohne auf alle Varianten im Detail einzugehen, gilt vereinfacht:
Für den Einstieg ist wichtiger, dass das Blatt insgesamt sauber geschmiedet ist, gleichmäßig aufliegt und sich gut an den Sensenbaum anpassen lässt, als die letzte Feinheit der Krümmung.
Die folgenden Bereiche sind als Orientierung zu verstehen. Je nach Bestand, Gelände und persönlicher Vorliebe kann es sinnvoll sein, etwas kürzer oder länger zu wählen.
Kürzere Blätter sind besonders geeignet für:
Durch die geringere Länge lassen sich diese Blätter sicherer führen, wenn der Boden unruhig ist oder Hindernisse (Steine, Wurzeln) im Mähbereich liegen. Sie zwingen weniger zu sehr großen Schwüngen und verzeihen kleine Fehler bei der Führung eher.
Blätter in diesem Bereich sind für viele Anwender ein guter Allround-Einstieg:
Ein Blatt um 65 cm Länge gilt vielfach als guter Kompromiss für Anwender, die regelmäßig, aber nicht beruflich mit der Sense arbeiten und unterschiedliche Flächen pflegen wollen. Es bietet eine ordentliche Flächenleistung, ohne die Führung unnötig zu erschweren.
Längere Blätter kommen vor allem dort zum Einsatz, wo:
Mit einem langen Blatt lässt sich bei guter Technik eine hohe Flächenleistung erreichen. Die Anforderungen an die Führung steigen jedoch deutlich: Unebenheiten im Boden, Hindernisse im Gras und Fehler in Haltung oder Schwung machen sich stärker bemerkbar.
Für den Einstieg sind sehr lange Blätter in der Regel nicht die erste Wahl. Sie können später eine sinnvolle Ergänzung sein, wenn die grundlegende Mähtechnik sicher beherrscht wird.
Zusätzlich zur Länge gibt es Blätter in eher feinen und eher robusten Ausführungen.
Für Einsteiger, die mit unterschiedlichen Beständen rechnen müssen und noch nicht alle Hindernisse „im Gefühl“ haben, ist meist ein mittlerer, eher robuster Aufbau sinnvoll. Sehr feine Spezialblätter gehören eher in die Hand geübter Anwender.
Als grobe Orientierung für deine erste Sense kannst du dir folgende Punkte merken:
Wichtiger als die letzte Feinheit bei der Wahl der Blattlänge ist, dass das Sensenblatt:
In den folgenden Kapiteln gehen wir deshalb auf den Sensenbaum und die richtige Einstellung der Sense ein. Anschließend widmen wir uns ausführlich dem Thema Schärfen – Dengeln und Wetzen, damit dein Sensenblatt sein volles Potenzial entfalten kann.