Das Sensenblatt

Das Sensenblatt ist der Teil der Sense, der die eigentliche Mäharbeit leistet. Es bestimmt entscheidend, wie leicht sich die Sense führen lässt, wie sauber der Schnitt ausfällt und für welche Einsatzbereiche eine Sense gut geeignet ist.

In diesem Kapitel geht es darum, die wichtigsten Merkmale des Sensenblattes zu verstehen und dir eine Orientierung zu geben, welche Blattlängen und Ausführungen sich für den Einstieg bewähren.

Aufgabe und Bedeutung des Sensenblattes

Das Sensenblatt schneidet das Gras mit einer ziehenden Bewegung der Schneide. In Verbindung mit einem passenden Sensenbaum und einer guten Einstellung sorgt das Blatt dafür, dass:

  • das Mähgut sauber abgetrennt wird,
  • die Sense ruhig über den Boden geführt werden kann,
  • du mit möglichst wenig Kraftaufwand arbeiten kannst.

Die grundsätzliche Form eines Sensenblattes hast du im Kapitel „Die Sense verstehen: Aufbau und Begriffe“ kennengelernt. Für die Auswahl sind vor allem die Blattlänge, das Gewicht und die Ausführung wichtig.

Wichtige Merkmale eines Sensenblattes

Blattlänge

Die Blattlänge wird in der Regel in Zentimetern angegeben. Gebräuchlich sind Längen etwa im Bereich von 50 cm bis 80 cm. Kürzere oder längere Blätter sind Spezialfälle.

Die Länge des Blattes wirkt sich unmittelbar auf das Mähverhalten aus:

  • kürzere Blätter sind wendiger, lassen sich leichter in unebenem oder engem Gelände führen und kommen besser mit härterem, grobem Mähgut zurecht,
  • mittlere Blattlängen bieten einen guten Kompromiss aus Flächenleistung und Kontrolle,
  • lange Blätter ermöglichen bei geübter Technik eine hohe Flächenleistung, verlangen aber eine saubere Führung und ruhige Mähweise.

Für viele Einsteiger bewähren sich zunächst kurze bis mittlere Blattlängen im Bereich von etwa 50 cm bis 70 cm, bevor mit sehr langen Blättern gearbeitet wird.

Gewicht und Bauart

Neben der Länge spielt auch das Gewicht eine Rolle. Ein leichteres Blatt lässt sich einfacher beschleunigen und führen, ist aber empfindlicher gegenüber groben Stößen und hartem Mähgut. Ein schwereres Blatt ist robuster, erfordert aber mehr Kraft im Schwung.

Für ein Allzweckblatt mittlerer Länge wird im allgemeinen eine Ausführung gewählt, die noch leicht genug zu führen ist, aber eine gewisse Reserve für härteres Mähgut bietet. In der Praxis bedeutet das:

  • nicht zu dünn und empfindlich,
  • nicht unnötig schwer,
  • geeignet für verschiedene Mähaufgaben auf Hof, Garten und Wiese.

Für Einsteiger ist es in der Regel sinnvoll, ein Blatt mit mittlerer Stärke zu wählen, das sowohl feineres Gras als auch etwas gröberen Bestand bewältigt, ohne gleich Schaden zu nehmen.

Form und Krümmung

Sensenblätter unterscheiden sich außerdem in ihrer Krümmung und Linienführung. In Kapitel 2 wurden bereits Begriffe wie Spitze, Bart und Zirkel eingeführt.

Ohne auf alle Varianten im Detail einzugehen, gilt vereinfacht:

  • Blätter mit <strongmäßig ausgeprägtem Zirkel und harmonischer Krümmung eignen sich gut als universelle Arbeitsblätter,
  • sehr stark spezialisierte Formen sind eher für besondere Aufgaben oder für geübte Mäher interessant.

Für den Einstieg ist wichtiger, dass das Blatt insgesamt sauber geschmiedet ist, gleichmäßig aufliegt und sich gut an den Sensenbaum anpassen lässt, als die letzte Feinheit der Krümmung.

Blattlängen und typische Einsatzbereiche

Die folgenden Bereiche sind als Orientierung zu verstehen. Je nach Bestand, Gelände und persönlicher Vorliebe kann es sinnvoll sein, etwas kürzer oder länger zu wählen.

Kürzere Blätter (ca. 40–60 cm)

Kürzere Blätter sind besonders geeignet für:

  • unebenes Gelände, Böschungen, Hanglagen,
  • engere Stellen, Wege, Randbereiche,
  • Bestand mit gröberem, teilweise verholztem Material (z.B. einzelne Stauden, junger Aufwuchs).

Durch die geringere Länge lassen sich diese Blätter sicherer führen, wenn der Boden unruhig ist oder Hindernisse (Steine, Wurzeln) im Mähbereich liegen. Sie zwingen weniger zu sehr großen Schwüngen und verzeihen kleine Fehler bei der Führung eher.

Mittlere Blattlängen (ca. 60–70 cm)

Blätter in diesem Bereich sind für viele Anwender ein guter Allround-Einstieg:

  • Pflege von Hausgärten mit Wiesenbereichen und Wegrändern,
  • Obstwiesen und kleinere Wiesenflächen,
  • gemischte Nutzung: mal feinere Wiese, mal etwas gröberer Bestand.

Ein Blatt um 65 cm Länge gilt vielfach als guter Kompromiss für Anwender, die regelmäßig, aber nicht beruflich mit der Sense arbeiten und unterschiedliche Flächen pflegen wollen. Es bietet eine ordentliche Flächenleistung, ohne die Führung unnötig zu erschweren.

Längere Blätter (ca. 70–80 cm)

Längere Blätter kommen vor allem dort zum Einsatz, wo:

  • größere Wiesenflächen für Heu oder Einstreu gemäht werden,
  • relativ ebene Flächen vorliegen,
  • eine ruhige, geübte Mähtechnik vorhanden ist.

Mit einem langen Blatt lässt sich bei guter Technik eine hohe Flächenleistung erreichen. Die Anforderungen an die Führung steigen jedoch deutlich: Unebenheiten im Boden, Hindernisse im Gras und Fehler in Haltung oder Schwung machen sich stärker bemerkbar.

Für den Einstieg sind sehr lange Blätter in der Regel nicht die erste Wahl. Sie können später eine sinnvolle Ergänzung sein, wenn die grundlegende Mähtechnik sicher beherrscht wird.

Feinere und robustere Ausführungen

Zusätzlich zur Länge gibt es Blätter in eher feinen und eher robusten Ausführungen.

  • feinere Blätter sind leichter, lassen sich sehr scharf dengeln und eignen sich für gut gepflegte Wiesen mit überwiegend feinem Gras,
  • robustere Blätter sind etwas stärker ausgeführt, vertragen härteres Mähgut und gelegentliche Stöße besser, sind dafür etwas schwerer.

Für Einsteiger, die mit unterschiedlichen Beständen rechnen müssen und noch nicht alle Hindernisse „im Gefühl“ haben, ist meist ein mittlerer, eher robuster Aufbau sinnvoll. Sehr feine Spezialblätter gehören eher in die Hand geübter Anwender.

Empfehlung für den Einstieg

Als grobe Orientierung für deine erste Sense kannst du dir folgende Punkte merken:

  • Wähle ein Blatt in einer mittleren Länge (etwa 60–65 cm), wenn du überwiegend Wiesenbereiche, Wegränder und gemischte Flächen rund um Haus und Garten pflegen möchtest.
  • Greife eher zu einer mittleren, nicht zu dünnen Ausführung, wenn der Bestand gelegentlich gröber oder unübersichtlich ist.
  • Nutze bewusst kürzere Blätter (40–60 cm), wenn du viel an Böschungen, im Hang oder in sehr unebenem Gelände arbeitest oder häufiger mit grobem, hartnäckigem Bewuchs zu tun hast.

Wichtiger als die letzte Feinheit bei der Wahl der Blattlänge ist, dass das Sensenblatt:

  • sauber geschärft ist (Dengeln und Wetzen),
  • richtig am Sensenbaum befestigt wird,
  • in einer zur Körpergröße passenden Sense eingesetzt wird.

In den folgenden Kapiteln gehen wir deshalb auf den Sensenbaum und die richtige Einstellung der Sense ein. Anschließend widmen wir uns ausführlich dem Thema Schärfen – Dengeln und Wetzen, damit dein Sensenblatt sein volles Potenzial entfalten kann.