Der Sensenbaum

Der Sensenbaum ist der Stiel der Sense und verbindet deine Hände mit dem Sensenblatt. Er bestimmt wesentlich, wie leicht sich die Sense führen lässt und ob du aufrecht und ermüdungsarm mähen kannst. Ein scharfes Blatt allein genügt nicht – ohne einen passenden, richtig dimensionierten Sensenbaum ist leichtes Mähen kaum möglich.

In diesem Kapitel geben wir dir einen Überblick über Aufbau, Formen und die richtige Länge des Sensenbaumes und zeigen dir, worauf du bei der Auswahl achten solltest.

Aufbau und Bezeichnungen

Der Sensenbaum wird im deutschsprachigen Raum häufig auch Worb genannt. Daneben gibt es zahlreiche regionale Bezeichnungen. Ein Sensenbaum besteht im Wesentlichen aus:

  • dem Baum (dem eigentlichen Stiel),
  • einem oberen Handgriff für die linke Hand,
  • einem mittleren Handgriff für die rechte Hand (bei zweigriffigen Bäumen),
  • dem Hammenteil am unteren Ende.

Die heute gebräuchlichste Form ist der zweigriffige Sensenbaum: Der Handgriff für die linke Hand sitzt am oberen Ende, der Handgriff für die rechte Hand etwa in der Mitte des Baumes. Daneben gibt es eingriffige Sensenbäume mit nur einem Mittelgriff.

Der untere Teil des Sensenbaumes wird Hammenteil genannt. Hier wird die Hamme des Sensenblattes befestigt. Am Hammenteil findest du:

  • ein Warzenloch oder eine entsprechende Einkerbung, in die die Warze des Blattes greift,
  • eine abgerundete Oberseite, damit der Sensenring guten Sitz findet,
  • eine flache Unterseite, auf der die Hamme aufliegt.

Das Warzenloch kann bereits vorhanden sein oder muss mit einem Stechbeitel ausgestemmt werden. Seine Abmessungen sind begrenzt: es soll so groß sein, dass die Warze hineinpasst, sich beim Festziehen des Sensenringes aber noch in das Holz drücken kann.

Materialien und Formen des Sensenbaumes

Im Handel sind Sensenbäume aus Holz, Metall und Aluminium erhältlich. Zusätzlich wird zwischen geraden und geschwungenen Baumformen unterschieden.

  • Ein Sensenbaum gilt als gerade, wenn er in Draufsicht und Seitenansicht gerade ist (mit Ausnahme des Hammenteils).
  • Ein Sensenbaum ist geschwungen, wenn er in der Seitenansicht eine bogenförmige Schweifung nach oben aufweist.

Bei Holzsensenbäumen wird häufig von einer Krücke gesprochen. Damit ist der nach oben gezogene Teil des Baumes gemeint, an dem der Griff für die rechte Hand befestigt ist. Man unterscheidet zum Beispiel:

  • gerade Bäume mit hoher Krücke,
  • geschwungene Bäume mit halbhoher Krücke,
  • weitere regionale Holzformen mit unterschiedlichen Griffstellungen.

Leichtes, aufrechtes Mähen wird von Sensenbäumen mit hoher oder halbhoher Krücke begünstigt, weil der Griff für die rechte Hand höher liegt und du weniger geneigt arbeiten musst.

Die im Handel erhältlichen Sensenbäume bewegen sich in der Regel in einem Längenbereich von etwa 140 cm bis 165 cm. Innerhalb dieses Bereichs musst du die passende Länge zu deiner Körpergröße finden.

Die richtige Länge des Sensenbaumes

Die richtige Länge des Sensenbaumes ist eine der wichtigsten Voraussetzungen für eine aufrechte, rückenschonende Arbeitshaltung.

Faustregel: Körpergröße minus 25 cm

Eine einfache Orientierung bietet folgende Faustregel:

Ideale Sensenbaumlänge = deine Körpergröße minus 25 cm.

Beispiel: Bei einer Körpergröße von 175 cm ergibt sich eine ideale Sensenbaumlänge von etwa 150 cm.

Diese Länge hat sich als Anhaltspunkt bewährt, damit du mit aufrechter Haltung mähen kannst, ohne dich zu sehr nach vorne beugen zu müssen.

Praktischer Längentest beim Kauf

Zusätzlich zur Faustregel kannst du die passende Länge durch einen einfachen Größenvergleich überprüfen:

  • Stelle den Sensenbaum mit dem Hammenteil auf den Boden vor dich.
  • Stehst du aufrecht, sollte der obere Griff in etwa auf Höhe deines Kehlkopfes liegen.

Ist der Sensenbaum deutlich kürzer, zwingt er dich beim Mähen zu einer gebeugten Körperhaltung. Ist er deutlich länger, lässt sich die Sense schwerer führen und wirkt „unhandlich“.

Auswirkungen einer falschen Länge

Ein zu kurzer Sensenbaum hat unmittelbare Folgen:

  • du musst dich beim Mähen zu weit nach vorne beugen,
  • die Rückenmuskulatur wird stark beansprucht,
  • es kommt schneller zu Muskelverspannungen und Ermüdung,
  • auf Dauer nimmt die Freude an der Arbeit mit der Sense deutlich ab.

Mit einem zur Körpergröße passenden Sensenbaum kannst du weitgehend aufrecht stehen. In Verbindung mit richtig eingestellten Griffen entsteht eine entspannte Körperhaltung und ein ruhiger Mähschwung.

Die Griffe am Sensenbaum

Bei Sensenbäumen wird zwischen eingriffigen und zweigriffigen Ausführungen unterschieden:

  • eingriffige Sensenbäume besitzen einen Griff in der Mitte,
  • zweigriffige Sensenbäume besitzen zusätzlich einen oberen Griff für die linke Hand.

Im deutschsprachigen Raum sind überwiegend zweigriffige Sensenbäume im Gebrauch. In anderen Regionen wird teilweise mit Sensenbäumen gearbeitet, die nur einen Mittelgriff haben.

Die Platzierung und Form der Griffe unterscheidet sich je nach Bauart und Region, besonders beim Griff für die rechte Hand:

  • mancherorts ist der Mittelgriff eher nach rechts ausgerichtet,
  • anderswo zeigt er mehr nach links in Richtung Blatt.

Unabhängig von der Richtung gilt:

  • Die Griffe sollten gut in der Hand liegen.
  • Unlackierte Holzgriffe sind lackierten oft vorzuziehen, weil sie die Handfeuchtigkeit besser aufnehmen.
  • Eine gute Form des rechten Griffes ist besonders wichtig, da hier die Hauptkraftübertragung stattfindet.

Wie die Griffe im Einzelnen für deine Körpergröße eingestellt werden, behandeln wir ausführlich im Kapitel „Die Sense richtig einstellen“.

Empfehlungen für den Einstieg

Für den Einstieg kannst du dir folgende Punkte merken:

  • Wähle einen Sensenbaum, dessen Länge ungefähr deiner Körpergröße minus 25 cm entspricht.
  • Für aufrechtes, leichtes Mähen sind zweigriffige Sensenbäume mit hoher oder halbhoher Krücke gut geeignet.
  • Achte auf einen soliden Hammenteil mit sauber ausgeformtem oder gut ausgestemmtem Warzenloch.
  • Bevorzuge stabile, unlackierte Holzgriffe, die gut in deiner Hand liegen.

Im nächsten Kapitel widmen wir uns dem richtigen Einstellen der Sense. Dort erfährst du, wie Sensenblatt und Sensenbaum mit Hilfe des Sensenringes zusammengeführt werden, wie du die Blattstellung anpasst und wie du die Griffe so einstellst, dass eine aufrechte, kraftsparende Mähhaltung möglich wird.