Die Sense richtig einstellen

Eine gut eingestellte Sense ist die Voraussetzung für leichtes, sauberes Mähen.
Erst wenn Sensenbaum, Sensenblatt, Griffpositionen und Blattstellung zueinander passen,
kannst du die Sense aufrecht, mit ruhigem Schwung und wenig Kraftaufwand führen.

In diesem Kapitel geht es um die praktische Grundeinstellung deiner Sense:
vom Montieren des Blattes über die Griffstellungen bis hin zur Schnitthöhe und dem Anstellen des Blattes.

1. Voraussetzungen für das Einstellen

Bevor du mit dem Einstellen beginnst, sollten einige Grundbedingungen erfüllt sein:

  • Der Sensenbaum passt in seiner Länge zu deiner Körpergröße.
  • Das Sensenblatt ist für den vorgesehenen Einsatzbereich geeignet.
  • Die Schneide ist in Ordnung (nicht stark beschädigt) und bereits grundlegend geschärft.
  • Du hast Sensenschlüssel (oder Schraubenschlüssel) und bei Bedarf einen Holzkeil zur Hand.

Am einfachsten nimmst du alle Einstellungen auf einem ebenen, festen Untergrund vor,
zum Beispiel auf einer Hofplatte oder einem festen Weg.

2. Sensenblatt am Sensenbaum befestigen

Zunächst wird das Sensenblatt mit Hilfe des Sensenrings am Hammenteil des Sensenbaumes befestigt.

  1. Stelle den Sensenbaum so vor dich, dass das Warzenloch im Hammenteil zu dir zeigt.
  2. Schiebe den Sensenring von oben über das Hammenteil, sodass die Schrauben in deine Richtung zeigen.
  3. Setze die Hamme des Sensenblattes an die Unterseite des Hammenteils an,
    sodass die Warze in das Warzenloch greift.
  4. Schiebe den Sensenring nach unten, bis er die Hamme erfasst.
    Vom Worbende sollte noch ein kleines Stück (ca. 1 cm) sichtbar bleiben.
  5. Ziehe die Schrauben des Sensenrings nur so weit an,
    dass das Blatt zwar gehalten wird, sich aber noch von Hand in seiner Stellung verändern lässt.

In diesem Zustand ist die Sense „provisorisch“ montiert.
Blattstellung und Griffpositionen können jetzt nacheinander angepasst werden, bevor du am Ende alles endgültig festziehst.

3. Griffe am Sensenbaum einstellen

Die richtige Griffstellung ermöglicht eine aufrechte Haltung und einen entspannten Mähschwung.
Im deutschsprachigen Raum wird überwiegend mit zweigriffigen Sensenbäumen gearbeitet.

3.1 Vorderer Griff (rechte Hand)

  1. Stelle den montierten Sensenbaum mit der Sense neben deinem linken Fuß auf den Boden.
  2. Halte den Baum so, wie du ihn später beim Mähen führen würdest.
  3. Der vordere Griff (für die rechte Hand) wird etwa in Beckenknochen-Höhe montiert.
  4. Viele Metall- und Holzbäume haben hier eine „L“-förmige Griffverlängerung;
    die Griffverlängerung zeigt schräg nach oben, der Griff selbst seitlich nach außen.
  5. Fixiere den Griff in dieser Position. Bei Holzgriffen müssen Verzahnungen sauber ineinandergreifen.

Der vordere Griff bestimmt maßgeblich, wie hoch dein rechter Arm beim Mähen geführt wird.
Ist er zu tief, arbeitest du eher gebeugt, ist er zu hoch, wird der Schulterbereich unnötig belastet.

3.2 Hinterer Griff (linke Hand)

Der hintere Griff wird in einem gewissen Abstand zum vorderen Griff montiert.

  1. Miss den Abstand zwischen den Griffen:
    als Orientierung gilt die Länge deines Unterarms mit ausgestreckten Fingern
    plus etwa eine Handbreit.
  2. Setze den hinteren Griff in dieser Entfernung nach oben auf den Sensenbaum.
  3. Der hintere Griff zeigt in der gleichen Richtung wie der vordere Griff.
  4. Ziehe die Befestigungsschraube fest an, ohne das Holz zu beschädigen.

Diese Griffstellung sorgt dafür, dass du später mit leicht angewinkelten Armen arbeiten kannst
und zwischen Hüfte und Griffen ausreichend Bewegungsfreiheit bleibt.

4. Schnitthöhe einstellen

Die Schnitthöhe wird durch die Stellung von Sensenblatt und Sensenbaum zueinander bestimmt.
Sie sollte so gewählt werden, dass die Schneide beim Mähen nicht im Boden kratzt und dennoch tief genug schneidet.

Als Richtwert gilt:

  • Die Schneide soll an der tiefsten Stelle etwa 0,5–1 cm über dem Boden liegen.

So überprüfst du die Schnitthöhe:

  1. Stelle dich in deiner üblichen Mähhaltung auf einen ebenen, harten Untergrund
    (z.B. Betonplatte, Pflaster).
  2. Bringe die Sense in Grundstellung (ähnlich wie beim Mähen:
    Rücken des Blattes am Boden, du stehst aufrecht zwischen den Griffen).
  3. Beobachte die tiefste Stelle der Schneide – diese liegt meist im ersten Drittel des Blattes
    von der Hamme aus gerechnet.

Ist die Schneide zu tief (kratzt auf dem Boden), kannst du sie mit einem Holzkeil anheben:

  1. Stecke einen schmalen Keil von oben zwischen Worbende und Hamme.
  2. Je weiter du den Keil einschiebst, desto mehr hebt sich die Schneide vom Boden.
  3. Kontrolliere erneut, bis der gewünschte Abstand von etwa 0,5–1 cm erreicht ist.

5. Die Sense „in den Zirkel“ stellen (Blatt anstellen)

Unter dem „Anstellen“ oder „in den Zirkel stellen“ versteht man die Einstellung des Winkels,
in dem das Sensenblatt zum Sensenbaum steht.
Dieser Winkel beeinflusst, wie breit du mähen kannst und wie leicht die Sense schneidet.

5.1 Vorbereitung

  1. Lege die Sense auf ebenem Boden ab.
  2. Stelle dich so hin, dass du den Mittelgriff mit der rechten Hand fassen kannst.
  3. Lege den unmittelbar über deinem rechten Fuß an das Schienbein an
    und halte ihn dort fest.

Damit ist die Sense beim Anstellen gegen dein Bein abgestützt und wackelt nicht.

5.2 Bart- und Spitzenstellung prüfen

  1. Merke dir oder markiere den Punkt, an dem der Bart (breiteste Stelle der Schneide beim Baum) den Boden berührt.
  2. Heb die Sense nun am Mittelgriff so an, dass der Bart etwa 2 cm über dem Boden schwebt,
    während die Spitze den Boden weiterhin berührt.
  3. Schwenke die Sense nun mit der rechten Hand nach rechts,
    bis die Spitze an der Stelle zum Liegen kommt,
    an der zuvor der Bart den Boden berührt hat (Markierungspunkt).

Jetzt kannst du die Stellung von Bart und Spitze vergleichen:

  • Steht die Spitze etwas tiefer als der markierte Bartpunkt (z.B. etwa 2 cm),
    ist dies eine bewährte Grundeinstellung für eine mittlere Blattlänge.
  • Steht die Spitze höher als der Markierungspunkt, ist die Sense zu „weit gestellt“ –
    das Blatt sollte etwas tiefer gestellt werden.
  • Steht die Spitze deutlich tiefer als der Markierungspunkt, ist die Sense zu „eng gestellt“ –
    das Blatt sollte etwas weiter gestellt werden.

Zum Verstellen lockerst du den Sensenring so weit,
dass sich das Blatt mit leichtem Druck etwas heben oder senken lässt.
Dann ziehst du den Ring wieder an und prüfst die Stellung erneut.

5.3 Auswirkungen der Blattstellung

Über die Stellung der Spitze kannst du die Sense an Mähgut und Gelände anpassen:

  • Weiter gestellt (Spitze eher „außen“):
    größere Schnittbreite, etwas höhere Flächenleistung,
    dafür benötigt die Sense mehr Führung und Kraft.
  • Enger gestellt (Spitze stärker „innen“):
    geringere Schnittbreite, dafür schneidet die Sense oft leichter und ruhiger,
    was z.B. bei schwerem oder ungleichmäßigem Bestand von Vorteil sein kann.

Längere Blätter werden in der Regel etwas enger angestellt als kürzere,
damit sie trotz größerer Länge noch leicht zu führen sind.

6. Endgültig festschrauben

Wenn Schnitthöhe, Blattstellung und Griffpositionen passen,
wird das Sensenblatt endgültig mit dem Sensenring fixiert.

  1. Ziehe die Schrauben des Sensenrings abwechselnd an (unten, oben, wieder unten usw.).
  2. Verwende dabei nur so viel Kraft, dass der Ring sicher hält, sich aber nicht verformt.
  3. Kontrolliere von Zeit zu Zeit – vor allem nach längerer Lagerung – ob das Blatt noch fest sitzt.

7. Kontrolle in der Grundstellung zum Mähen

Zum Abschluss lohnt sich eine kurze Kontrolle in der Mäh-Grundstellung:

  • Der Sensenrücken liegt am Boden auf.
  • Du stehst aufrecht, der Körper etwa in der Mitte zwischen den Griffen.
  • Die Beine sind leicht gespreizt, der rechte Fuß etwas vor dem linken.
  • Die Arme bilden von der Schulter zu den Griffen eine leichte „A“-Form und sind nur locker angewinkelt.
  • Zwischen Hüfte und Griffen ist genügend Freiraum, damit sich die Sense frei bewegen kann.
  • An der tiefsten Stelle hat die Schneide etwa 0,5–1 cm Abstand zum Boden.

Wenn diese Punkte erfüllt sind, ist deine Sense so eingestellt,
dass du im nächsten Schritt mit der Mähtechnik beginnen kannst.
Im folgenden Kapitel geht es daher um das Schärfen der Sense – Dengeln und Wetzen,
bevor wir uns anschließend den ersten Schnitten in der Praxis widmen.