Professionelle Beratung durch Experten
Qualitätsprodukte
Sichere und einfache Bezahlung
4,7 Sterne auf Trustpilot
Eine Sense mäht nur dann leicht, wenn die Schneide wirklich scharf ist. Neben der richtigen Einstellung und einem passenden Sensenblatt ist die Schärfe der wichtigste Faktor für leichtes Mähen.
Beim Schärfen der Sense unterscheiden wir zwei Arbeitsschritte:
In diesem Kapitel geht es darum, den Unterschied zwischen Dengeln und Wetzen zu verstehen, die notwendigen Werkzeuge kennenzulernen und einen einfachen Einstieg in die praktische Anwendung zu bekommen.
Beim Mähen wird die Schneide der Sense ständig belastet: feine Erdpartikel, Härchen am Halm, gelegentliche Berührungen mit dem Boden oder kleinen Steinen stumpfen die Schneide allmählich ab. Dazu kommen kleine Verformungen und Mikroschäden an der Schneidkante.
Damit die Sense trotzdem leicht schneidet, braucht sie:
Wetzen allein genügt auf Dauer nicht. Ist die Schneidzone zu dick geworden oder stärker beschädigt, muss die feine Schneide durch Dengeln wiederhergestellt werden.
Beim Wetzen wird die Schneide mit einem Wetzstein abgezogen. Dabei wird nur wenig Material abgetragen; es geht vor allem darum, kleine Verformungen zu richten und die Schneidkante wieder „aufzustellen“.
Das Wetzen:
Beim Dengeln wird die Schneidzone des Blattes kalt ausgeschmiedet. Das Metall wird durch Hämmern zu der dünnen, feinen Schneide ausgetrieben. Gleichzeitig wird das Material dabei durch Kaltumformung bzw. Kaltverfestigung fester, härter und widerstandsfähiger.
Das Dengeln:
Mit einem gut gedengelten Blatt genügt während des Mähens das regelmäßige Wetzen, um die Schärfe zu halten.
Der Wetzstein ist das wichtigste Werkzeug für das Erhalten einer guten Schärfe während des Mähens. Er sollte:
Im Wetzsteinbecher wird der Stein in Wasser aufbewahrt. Der Wetzsteinbecher (oder Köcher) wird beim Mähen am Gürtel oder Hosenbund getragen. So ist der Stein jederzeit griffbereit zum Nachwetzen.
Für das Dengeln werden in der klassischen Ausführung verwendet:
Die Schneide wird in mehreren Gängen über den Amboss geführt und mit gleichmäßigen Schlägen ausgedünnt. Die genaue Schlagtechnik und die Aufteilung in Dengelgänge sind Thema einer eigenen Anleitung.
Als Alternative zur Arbeit mit Hammer und Amboss gibt es Schlagdengler und Dengelapparate.
Der klassische Schlagdengler ist für Anfänger empfehlenswert. Er besteht aus einem Dengelamboss mit einem zylindrischen Metallbolzen in der Mitte, auf den eine Schlaghülse aufgeschoben wird. Zwischen Hülse und Dengelamboss kann dann das Sensenblatt entlang des zylindrischen Bolzens geführt werden. Mit einem Hammer wird die Schlaghülse geschlagen und die Schläge treffen mit Hilfe der Hülse entlang der Schneide im richtigen Abstand auf das Blatt. Das Sensenblatt wird dabei Schritt für Schritt weiterbewegt.
Ein Schlagdengler wird meist mit zwei Schlaghülsen mit unterschiedlichen Radien an den Schlagflächen geliefert. Die erste Schlaghülse dient zum „Vordengeln“. Sie erzeugt einen neuen Riefen mit etwa 3,5 mm Breite. Die zweite Schlaghülse dient zum „Feindengeln“. Sie dengelt nur den äußersten Rand der Schneide.
Ein Schlagdengler kann für Einsteiger eine Hilfe sein, um eine gleichmäßige, reproduzierbare Schneidzone herzustellen. Auch hier gilt: sorgfältiges Arbeiten und ruhiges, gleichmäßiges Führen des Blattes sind wichtiger als Geschwindigkeit.
Als grobe Orientierung kannst du dir merken:
In der Praxis bedeutet das:
Nach deutlicher Berührung mit dem Boden, Steinen oder anderen harten Gegenständen solltest du ebenfalls nachwetzen und – falls nötig – die Schneide später beim Dengeln nacharbeiten.
Zum Wetzen drehst Du die Sense um und stellst sie vor dich mit dem Worb bzw. Obergriff auf den Boden. Das Sensenblatt sollte seitlich vor dir sein und dein linker Arm liegt am Rücken des Sensenblatts an. Vor dem Wetzen sollte das Blatt mit einer Handvoll Gras oder einem feuchten Tuch gereinigt werden.
Die genaue Wetztechnik kann je nach Region und persönlicher Gewohnheit etwas variieren. Grundsätzlich geht es darum, den Wetzstein in einem flachen Winkel an der Schneide zu führen.
Ein möglicher Ablauf:
Deine linke Hand hält das Sensenblatt am Rücken fest und mit deiner rechten Hand führst du den Wetzstein.
Die Schneide soll nach dem Wetzen glatt und gleichmäßig wirken. Kleine Grate oder Rauigkeiten werden beim nächsten Wetzen weiter verfeinert oder später beim Dengeln korrigiert.
Einige typische Fehler solltest du vermeiden:
Beim Dengeln wird die Schneidzone der Sense kalt verformt. Durch eine Folge gleichmäßiger Hammerschläge wird der Rand des Blattes:
Das Ergebnis ist eine dünne, elastische Schneide, die sich mit dem Wetzstein gut pflegen lässt und lange scharf bleibt.
Dengeln ist insbesondere dann erforderlich, wenn:
Je nach Flächengröße und Nutzung kann das Dengeln in größeren Abständen erfolgen. Für viele Anwender reicht es, das Blatt bei Bedarf und nicht nach starren Zeitabständen zu dengeln.
Die genaue Dengeltechnik (Anordnung der Dengelgänge, Schlagfolge, Schlagstärke) ist umfangreich und wird in einer eigenen Anleitung Schritt für Schritt beschrieben. Grundsätzlich gliedert sich der Arbeitsablauf in:
Wichtiger als Geschwindigkeit ist ein gleichmäßiger Schlag und eine saubere Führung des Blattes.
Für Einsteiger ist es oft hilfreich:
Ein sauber gedengeltes Blatt macht sich beim Mähen unmittelbar bemerkbar.
Dengeln, Wetzen und Mähtechnik greifen ineinander:
Im nächsten Kapitel geht es deshalb um die ersten Schnitte mit der Sense: Körperhaltung, Stand, Mähschwung und die praktische Umsetzung auf der Wiese.