Die Sense verstehen: Aufbau und Begriffe

In diesem Kapitel geht es darum, die Sense als Werkzeug besser zu verstehen.
Wenn du die wichtigsten Teile und Bezeichnungen kennst, kannst du später Anleitungen zum Einstellen, Schärfen und Mähen deutlich leichter nachvollziehen.

Eine gebrauchsfertige Sense besteht im Wesentlichen aus vier Teilen:

  • dem Sensenbaum (Worb),
  • dem Sensenblatt,
  • dem Sensenring zur Befestigung,
  • sowie dem Sensenschlüssel zum Anziehen der Schrauben.

Dazu kommen das Schärfwerkzeug und etwas Zubehör. Im Folgenden betrachten wir die einzelnen Teile und die wichtigsten Begriffe genauer.

Der Sensenbaum (Worb)

Der Sensenbaum ist der Stiel der Sense. Am unteren Ende wird das Sensenblatt mittels Sensenring befestigt. Die Form und Größe des Sensenbaums bestimmt wesentlich, wie leicht und ergonomisch du mähen kannst.

Im deutschsprachigen Raum wird der Sensenbaum häufig auch Worb genannt. Je nach Region gibt es weitere mundartliche Bezeichnungen.

Ein Sensenbaum besteht im Wesentlichen aus:

  • dem Baum (dem eigentlichen Stiel),
  • einem oberen Handgriff für die linke Hand,
  • einem mittleren Handgriff für die rechte Hand,
  • dem unteren Ende des Baumes, dem sogenannten Hammenteil.

Am Hammenteil befindet sich:

  • das Warzenloch (oder eine entsprechende Einkerbung), in das beim Montieren die Warze des Sensenblattes greift,
  • eine abgerundete Oberseite, damit der Sensenring gut anliegt,
  • eine flache Unterseite, auf der die Hamme des Sensenblattes aufliegt.

Wichtige Punkte am Sensenbaum:

  • Er muss zu deiner Körpergröße passen.
  • Die Griffe müssen so angebracht oder eingestellt sein, dass du eine aufrechte, entspannte Mähhaltung einnehmen kannst.

Auf diese Themen gehen wir in den späteren Kapiteln zum Einstellen der Sense und zur Mähhaltung noch genauer ein.

Das Sensenblatt – Grundaufbau

Das Sensenblatt ist der arbeitende Teil der Sense. Es schneidet das Gras und bestimmt maßgeblich, wie sich die Sense im Mähgut verhält (leicht, schwer, fein, grob).

Unabhängig von Länge und Form haben alle Sensenblätter einige gemeinsame, funktionale Merkmale. Die wichtigsten Begriffe für das Blatt sind:

  • Schneide 
    Der schmale, geschärfte Bereich an der Unterseite des Blattes, mit dem das Gras geschnitten wird. Die Schneide setzt sich zusammen aus Riefen und Dangl.
  • Spitze
    Das vordere, schmale Ende des Blattes.
  • Bart
    Der hintere Bereich, nahe am Sensenbaum. Hier ist das Blatt breiter. Bart und Spitze sind wichtige Bezugspunkte, z.B. beim Anstellen des Blattes.
  • Rücken
    Die zur Versteifung verstärkte Oberkante des Blattes, reicht von der Spitze bis zur Ferse.
  • Hamme
    Der abgewinkelte, schmale Teil am Ende des Blattes. Über die Hamme wird das Blatt mit dem Sensenring am Sensenbaum befestigt.
  • Warze
    Ein vorstehender Zapfen oder Dorn an der Hamme. Die Warze greift beim Montieren in das Warzenloch am Sensenbaum und verhindert, dass sich das Blatt verdreht.
  • Ferse / Hals
    Der Übergangsbereich, in dem der Rücken in die Hamme übergeht.

Diese Teile bilden zusammen die Verbindung zwischen Sensenbaum und Schneide und sind wichtig, wenn du das Blatt später richtig am Baum befestigst und einstellst.

Schneidebereich: Riefen, Dangl und Zirkel

Im Bereich der Schneide gibt es noch einige spezielle Begriffe, die im Zusammenhang mit Schärfe, Dengeln und Mähverhalten eine Rolle spielen:

  • Zirkel
    Der Bogen der Schneide von der Spitze bis zum Bart. Die Stärke des Zirkels beeinflusst unter anderem die Führung der Sense und das Mähverhalten.
  • Riefen
    Überlieferte Bezeichnung für die etwa 2–4 mm breite Schneidzone am Sensenblatt. In diesem Bereich entsteht durch Dengeln und Wetzen die eigentliche Schneide.
  • Dangl
    Der äußerste Teil der Schneide, der beim leichten Bestreichen mit dem Fingernagel nachgibt. Ein gut gedengelter Dangl ist fein, gleichmäßig und dennoch widerstandsfähig.

Diese Begriffe sind vor allem dann wichtig, wenn es um das Dengeln, das Wetzen und die Beurteilung einer Schneide geht. Im Kapitel „Die Sense schärfen – Dengeln und Wetzen“ gehen wir ausführlicher darauf ein.

Sensenring und Sensenschlüssel

Der Sensenring ist ein unscheinbares, aber unentbehrliches Bauteil. Ohne ihn lässt sich das Sensenblatt nicht sicher am Sensenbaum befestigen.

Aufgabe des Sensenrings:

  • Er presst die Hamme des Sensenblattes fest an das Hammenteil des Sensenbaums.
  • Gleichzeitig wird dabei die Warze in das Warzenloch gedrückt.
  • Dadurch wird das Blatt in der gewünschten Stellung fixiert.

Es gibt verschiedene Ausführungen von Sensenringen (z.B. mit Ringschraube oder mit Innenvierkantschrauben) und in unterschiedlichen Größen für Holz- und Metallsensenbäume.

Der Sensenschlüssel ist das passende Werkzeug zum Anziehen der Schrauben am Sensenring. Mit ihm kannst du das Blatt montieren, die Stellung des Blattes verändern (z.B. beim Anstellen) sowie das Blatt lösen, um es zu reinigen, zu schärfen oder zu wechseln.

Den bei uns erhältlichen Sensenbäumen liegen passende Sensenringe und dazu passende Sensenschlüssel bei.

Wie der Sensenring beim Einstellen der Sense eingesetzt wird, behandeln wir ausführlich im Kapitel „Die Sense richtig einstellen“.

Schärfwerkzeug und Zubehör

Zur gebrauchsfertigen Sense gehören noch einige Werkzeuge, mit denen du für eine scharfe Schneide sorgst:

  • Wetzstein
    Zum regelmäßigen Wetzen während des Mähens. Er wird in einem Wetzsteinbecher mitgeführt.
  • Wetzsteinbecher
    Behälter für den Wetzstein. Er wird beim Mähen mit Wasser befüllt am Gürtel oder Hosenbund getragen, sodass du jederzeit schnell nachwetzen kannst.
  • Dengelhammer und Dengelamboss
    Zum Dengeln der Schneide. Durch vorsichtiges Ausschmieden der Schneidzone wird der Riefenbereich ausgedünnt und der feine Dangl erzeugt.
  • Dengelapparat / Schlagdengelapparat (je nach Ausführung)
    Eine alternative Möglichkeit zum Dengeln, bei der der Schlag durch das Gerät geführt wird. Für Einsteiger kann dies eine Hilfe sein, um gleichmäßige Ergebnisse zu erzielen.

Diese Werkzeuge sorgen dafür, dass die Sense stets gut schneidet. Die genaue Handhabung erklären wir im Kapitel „Die Sense schärfen – Dengeln und Wetzen“.

Warum die Begriffe wichtig sind

Die hier vorgestellten Teile und Bezeichnungen bilden die Grundlage für alle weiteren Schritte:

  • Beim Einstellen der Sense musst du wissen, wo sich Hamme, Warze, Hammenteil und Sensenring befinden.
  • Beim Schärfen spielen Riefen, Dangl und Schneide eine zentrale Rolle.
  • Beim Mähen sind Begriffe wie Bart, Spitze und Zirkel wichtig, z.B. beim Anstellen des Blattes und bei der Führung der Sense am Boden.

In den nächsten Kapiteln gehen wir deshalb Schritt für Schritt weiter: Zunächst betrachten wir das Sensenblatt genauer – mit Länge, Form und Auswahlkriterien. Danach folgt der Sensenbaum mit Größe, Form und Griffanordnung. Anschließend behandeln wir die richtige Einstellung der Sense und schließlich das Schärfen und Mähen in der Praxis.