Glossar (Sensen-ABC)

Hier findest du wichtige Fachbegriffe rund um die Sense kurz erklärt.

Anmähen

Beginn des Mähens; bezeichnet die ersten Mähzüge, mit denen eine Arbeitsbreite und die erste Schwad angelegt werden.

Anstellen

Einstellung des Sensenblatts in einem bestimmten Winkel zum Sensenbaum (enger oder weiter), bei der der Winkel so gewählt wird, dass die Sense leicht schneidet und ruhig geführt werden kann.

Ausmähen

Mähen von schwer zugänglichen oder verbliebenen Restflächen, z.B. in Ecken, an Gräben, Zäunen oder um Bäume herum.

Ausschwaden

Beim Mähen wird das geschnittene Gras durch den Schwung der Sense so abgelegt, dass es als Schwad in einer Reihe auf der bereits freigemähten Fläche liegen bleibt.

Bart

Das breitere Ende des Sensenblattes in der Nähe der Hamme; bei einer Rechtshänder-Sense ist dies das rechte Blattende.

Dangl

Äußerster, dünn ausgedengelter Teil der Schneide (des Riefens), der sich beim leichten Darüberstreichen mit dem Fingernagel elastisch eindrücken lässt.

Dengelamboss

Kleiner Amboss, auf dessen Bahn der Schneidenbereich beim Dengeln aufliegt; regional auch „Dengeleisen“ genannt.

Dengelapparat

Mechanisches Dengelgerät, bei dem ein geführter Schlagstempel die Schneidzone des Blattes kalt ausdünnt.

Dengelhammer

Spezieller Hammer mit angepasster Bahn und Finne zum Dengeln, also zum Ausdünnen der Schneidzone auf dem Dengelamboss.

Dengeln

Kaltverformen der Schneidzone des Sensenblattes durch Hammerschläge auf dem Dengelamboss oder im Dengelapparat, um eine dünne, scharfe Schneide zu erzeugen.

Dengelstock

Meist ein Holzklotz oder Stammabschnitt (auch Dengelhocker genannt), in den der Dengelamboss eingeschlagen oder befestigt wird und auf dem der Dengler während des Dengelns sitzt.

Ferse

Übergangsbereich am Sensenblatt, in dem der Rücken in die Hamme übergeht, auch „Hals“ genannt.

Finne

Die schmale Schlagseite des Dengelhammers gegenüber der breiteren Bahn.

Firmle

Übergangsbereich im vorderen Blattteil, in dem der Rücken flacher wird und in die nach vorn auslaufende Spitze übergeht.

Hamme

Abgewinkelte, verstärkte Verlängerung des Blattes zur Befestigung am Sensenbaum; liegt auf dem Hammenteil des Baumes auf und wird mit dem Sensenring am Baum fixiert.

Hohldangl

Fehlerhafte Schneidenform, bei der der Dangl durch falsches Dengeln entsteht, wenn sich der Dangl bogenförmig aufstellt, weil das Sensenblatt nicht waagerecht über den Dengelamboss geführt wird.

Horizontalschnitt

Schnittführung, bei der die Schneide eher waagerecht durch den Bestand bewegt wird; hierbei verbraucht sich der Dangl schneller und die Sense muss häufiger gewetzt werden. Besser ist der Schrägschnitt.

Keildangl

Gewünschte, dünn auslaufende, keilförmige Form des fein ausgedengelten Schneidenbereichs (keilförmiger Übergang vom Blatt über den Riefen zum Dangl).

Krücksensenbaum

Sensenbaum mit einer hochgezogenen oder halbhoch ausgeformten „Krücke“, an der der vordere Griff angebracht ist; dient einer aufrechteren Mähhaltung.

Mahd

Bezeichnet meist die gemähte Fläche, kann aber auch den Vorgang des Mähens bezeichnen.

Nagelprobe

Kontrolle, ob der Dangl ausreichend dünn gedengelt wurde. Hierbei wird der Daumennagel mit leichtem Druck von unten an dem Dangl entlang geführt. Ist der Dangl dünn genug, gibt er unter dem Druck des Daumennagels etwas nach und wölbt sich an dieser Stelle.

Riefen

Der etwa 2 bis 4 Millimeter breite Bereich der Schneide am Sensenblatt. Die Schneide besteht aus Riefen und Dangl.

Rücken

Zur Verstärkung aufgekrempelte Kante des Sensenblattes von der Spitze bis zur Ferse; bildet die dem Boden abgewandte, dickere Kante des Blattes.

Scharten

Deutlich sichtbare Ausbrüche oder Kerben in der Schneide des Sensenblattes, meist verursacht durch Kontakt mit harten Gegenständen wie Steinen oder verholzten Pflanzen.

Schlagdengler

Dengelapparat, bei dem mittels Hammerschlägen auf geführte Schlaghülsen das Sensenblatt entlang der gesamten Länge in der richtigen Breite gedengelt werden kann.

Schnabel

Regionale Bezeichnung für Steinspitze, eine dornartig verstärkte Spitze, welche manche Sensenblätter haben.

Schneide

Der eigentliche schneidende Rand des Blattes, bestehend aus Riefenbereich und Dangl; schneidet bei richtiger Führung mit einem ziehenden Schnitt.

Schnitthaltigkeit

Eigenschaft einer Schneide, über eine bestimmte Arbeitszeit oder Flächengröße hinweg scharf zu bleiben, bevor erneutes Wetzen oder Dengeln erforderlich wird.

Schnitthöhe

Höhe, in der das Gras über dem Boden abgeschnitten wird; wird durch Blattstellung, Sensenführung und Bodenunebenheiten bestimmt.

Schrägschnitt

Schnittführung, bei der Halme von unten nach oben geschnitten werden. Benötigt weniger Kraft als der flache Schnitt. Der Schrägschnitt wird durch Blattwölbung und Hammenwinkel erreicht. Der ideale Winkel für den Schrägschnitt liegt bei etwa 65 Grad.

Schwad

In einer Reihe bzw. Bahn abgelegtes, abgemähtes Mähgut.

Sensenbaum

Stiel der Sense, aus Holz oder Metall, mit Griffen, an dem das Sensenblatt befestigt wird.

Sensenring

Haltering mit Schrauben oder Klemmen zur Befestigung des Sensenblattes am Sensenbaum.

Sensenschlüssel

Schlüssel (meist Vier- oder Sechskantschlüssel) zum Anziehen und Lösen der Schrauben am Sensenring.

Sensenschützer

Schutzkappe oder Schutzhülle für das Sensenblatt, um die Schneide bei Transport und Lagerung abzudecken und vor Beschädigung zu schützen.

Sensenwurf

Regionale Bezeichnung für den Sensenbaum.

Steinspitze

Dornartige, besonders verstärkte Spitze, welche manche Sensenblätter haben. Bietet beim Mähen einen gewissen Schutz gegen gelegentliche Berührungen mit Steinen oder anderen harten Hindernissen.

Vorholen

Maß dafür, wie weit die Sense beim Mähschwung in den stehenden Bestand fährt.

Warze

Dornartige Erhebung an der Hamme des Sensenblatts, welche in das Warzenloch des Hammenteils am Sensenbaum greift und verhindert, dass sich das Blatt am Sensenbaum verdreht.

Wellendangl

Fehlerhafte Schneidenform mit wellig verlaufendem Dangl, meist verursacht, wenn die Schneide beim Dengeln zu stark ausgetrieben wurde oder durch ungleichmäßige Schlagfolge.

Wetzstein

Schleifstein zum regelmäßigen Wetzen der Schneide während des Mähens oder nach dem Dengeln.

Wetzsteinbecher

Behälter für den Wetzstein, meist mit Wasser befüllt und am Gürtel getragen; hält den Wetzstein feucht und jederzeit griffbereit. Oft auch als Wetzsteinkumpf oder Wetzsteinhalter bezeichnet.

Worb

Regionale Bezeichnung für den Sensenbaum.

Zackendangl

Fehlerhafte Schneidenform mit gezacktem, unruhigem Dangl, verursacht durch lückenhafte Schläge beim Dengeln, d.h. wenn nicht Dengelschlag neben Dengelschlag gesetzt wird.

Zirkel

Die Bogenform, die die Schneide von der Spitze bis zum Bart beschreibt.