Warum Mähen mit der Sense?
Warum ist das Mähen mit einem vermeintlich altmodischen Werkzeug wie der Sense auch in der heutigen Zeit noch äußerst sinnvoll?
Die Sense ist ein einfaches, aber sehr wirkungsvolles Werkzeug zur Pflege von Grasflächen, Wiesen und Böschungen. Richtig ausgewählt, eingestellt und geschärft ermöglicht sie eine saubere Mäharbeit ohne Motorlärm, Abgase und aufwendige Technik. Mit der Sense zu mähen ist also aus ökologischen, gesundheitlichen und ökonomischen Gründen vorteilhaft.
Vorteile beim Mähen mit der Sense
Ökologie und Biodiversität
- Abgase und Lärm werden vermieden. Das ist angenehm für dich selbst und für deine Umgebung. Du kannst in den frühen Morgen- und Abendstunden arbeiten, ohne Nachbarn zu stören, und bleibst mit der Fläche und der Umwelt „in Kontakt“ – du hörst Vögel, Insekten und Umgebungsgeräusche weiterhin.
- Zudem schont es die Artenvielfalt. Die Sense schneidet das Mähgut mit einer scharfen Schneide ab. Es entsteht kein Luftstrom und keine Sogwirkung wie bei vielen motorbetriebenen Geräten. Das Gras wird mit einem sauberen, ziehenden Schnitt abgetrennt. Die Halme werden nicht zerschlagen oder zerfasert. Das Mähgut bleibt als gut handhabbarer Schwad oder Schicht liegen und kann getrocknet oder abgeräumt werden.
- Außerdem ermöglicht das Mähen mit der Sense die Pflege von steilen oder schwierigen Flächen. Du kannst auch Flächen bearbeiten, die weit abseits von Wegen, Hof oder Stromanschlüssen liegen. Gerade an Hanglagen, auf Obstwiesen oder an Böschungen ist die Sense dadurch oft das praktischste Werkzeug. Bei der Pflege von Blumenwiesen, Obstwiesen und Saumstreifen kannst du mit der Sense sehr gezielt arbeiten: du kannst Teilflächen stehen lassen, den Schnittzeitpunkt an die Entwicklung der Pflanzen anpassen und die Schnitthöhe über die Führung der Sense steuern. Mit einer passenden Blattlänge und einer guten Einstellung kannst du die Breite der Mähbahn, die Schnitthöhe und die Arbeitsrichtung sehr genau bestimmen. Dadurch ist es möglich, Flächen sauber auszumähen, die für Rasenmäher, Motorsensen oder Mähroboter nur schwer oder gar nicht zugänglich sind. Das Mähen mit der Sense ist damit gut geeignet für eine schonende, extensivere Nutzung und für Flächen, die bewusst nicht wie ein kurz gehaltener Zierrasen aussehen sollen.
Gesundheit
- Bewegung an der frischen Luft und bei richtiger Mähtechnik minimaler Kraftaufwand und geringe Ermüdung. Eine gut angepasste und richtig eingestellte Sense ermöglicht eine weitgehend gleichmäßige, ruhige Bewegung. Der Mähschwung entsteht überwiegend aus einer Drehbewegung des Rumpfes und einer geführten Bewegung der Arme, nicht aus stoßenden oder hackenden Bewegungen.Richtig eingesetzt:
Ökonomisch
- Eine Sense kommt mit vergleichsweise einfacher Technik aus und besteht im Wesentlichen aus einem Sensenbaum mit Griffen, einem Sensenblatt, der Befestigung (Sensenring o.Ä.) sowie dem passenden Schärfwerkzeug (Wetzstein, Wetzsteinköcher, Dengelhammer, Dengelamboss). Die regelmäßige Pflege und Wartung konzentriert sich im Wesentlichen auf: regelmäßiges Wetzen mit dem Wetzstein während des Mähens und gelegentliches Dengeln zur Wiederherstellung der Schneide. Dazu kommt das Reinigen nach getaner Arbeit und ein leichter Rostschutz (z.B. durch dännen Ölfilm). Mit etwas Übung kannst du die wesentlichsten Wartungsarbeiten selbst durchführen. Die Sense ist kein Wegwerfprodukt, sondern ein Werkzeug, das dich bei sachgemäßer Behandlung viele Jahre begleiten kann.
- Eine gut ausgewählte Sense mit Zubehör ist zwar zunächst eine Anschaffung, diese ist dafür dann jedoch auch sehr langlebig. Im laufenden Betrieb fallen zudem kaum zusätzliche Kosten an: kein Treibstoff und kein Motoröl, kein Ersatz von Fadenköpfen oder Messern, kein Akkuverschleiß, keine Motorwartung in der Werkstatt. Die Schneide wird durch Dengeln und Wetzen instand gehalten. Wetzsteine, einfache Dengelwerkzeuge und etwas Rostschutzmittel reichen für einen langen Zeitraum aus, wenn du sorgfältig arbeitest. Bei regelmäßigem Einsatz kann die Sense so über Jahre oder Jahrzehnte eine sehr wirtschaftliche Lösung für viele Mäharbeiten sein.
Geeignete Einsatzbereiche für die Sense
Die Sense ist kein Spezialwerkzeug nur für großflächige Bergwiesen. Sie eignet sich für unterschiedliche Flächentypen, zum Beispiel:
- Hausgärten mit Wiesenbereichen, Wegrändern und „wilderen“ Partien,
- Obstwiesen und Streuobstflächen,
- Hanglagen und Böschungen,
- Weideränder und Zaunlinien,
- Flächen mit überständigem Gras, das für Mähroboter oder Spindelmäher zu hoch ist.
Ob du eine Fläche vollständig mit der Sense bewirtschaftest oder die Sense motorisierte Geräte ergänzt (z.B. für Randbereiche und schwer zugängliche Stellen), hängt von Flächengröße, Bewuchs und deinem persönlichen Arbeitsstil ab.
Voraussetzungen für leichtes Mähen
Damit die genannten Vorteile in der Praxis spürbar werden, müssen einige Voraussetzungen erfüllt sein:
- Passendes Werkzeug: Sensenblatt und Sensenbaum müssen zum Einsatzbereich und zu deiner Körpergröße passen.
- Richtige Einstellung: Blattstellung und Griffpositionen müssen so eingestellt sein, dass die Sense beim Mähen gut aufliegt und sich ohne Kraftvergeudung führen lässt.
- Ausreichende Schärfe: Eine Sense, die nicht regelmäßig gewetzt und bei Bedarf gedengelt wird, schneidet schwer, unabhängig von Marke und Ausführung.
- Grundkenntnisse der Mähtechnik: Körperhaltung, Stand und Mähschwung sollten in einfachen Schritten geübt werden.
Die folgenden Kapitel des „Sensenwissens“ bauen genau darauf auf: Zunächst lernst du Aufbau und Begriffe der Sense kennen, dann die Auswahl von Sensenblatt und Sensenbaum, danach das richtige Einstellen, Schärfen sowie die Mähtechnik in der Praxis.